Was eine Linse mit Licht macht
Richte Licht auf eine Wand, und es streut. Richte es auf eine Linse, und überraschend viel kommt direkt zu dir zurück, weil die Linse dein Licht auf den Sensor dahinter bündelt und der Sensor einen Teil davon auf demselben Weg zurückwirft. Das ist Retroreflexion, und deshalb antwortet eine versteckte Linse auf eine Taschenlampe mit einem kleinen, harten Lichtpunkt, den ein lackierter Schraubenkopf nie erzeugt. Genau danach sucht der Scan: ein Punkt, der viel heller ist als die Fläche, die ihn hält, und klein — ein paar Pixel, kein Fleck.
Was eine Nachtsichtkamera verrät
Eine Kamera, die im Dunkeln sieht, muss den Raum irgendwie beleuchten, und sie tut es mit Infrarot. Deine Augen haben keine Rezeptoren für diese Wellenlänge, der Raum bleibt für dich also schwarz. Der Handysensor reagiert darauf, und weil seine Farbfilter dafür nie gebaut wurden, fällt das Licht ungleich auf den roten, grünen und blauen Kanal. Das Ergebnis liest sich als blasses violettes Leuchten um den Sender. Der Scan misst, wie weit ein Punkt ins Violette kippt — genau das unterscheidet einen Infrarotsender von einer gewöhnlichen Standby-LED.
Eine Linse von einer Spiegelung unterscheiden
Das ist der Teil, der entscheidet, ob ein markierter Punkt deine Aufmerksamkeit verdient. Eine Linse sitzt fest an ihrem Objekt, wandert also mit dem Raum, wenn du dich bewegst. Eine Spiegelung folgt stattdessen dem Reflexionsgesetz: der helle Fleck rutscht über die Fläche, während sich dein Blickwinkel ändert. Der Scan misst die Eigenbewegung des Raums zwischen den Bildern, berechnet, wo jeder Punkt gelandet wäre, wenn er an etwas festsäße, und vergleicht das mit der Stelle, an der er wirklich gelandet ist. Punkte, die driften, werden als ausgeschlossen markiert. Punkte, die bleiben, fangen an zu halten.
Warum er dich bittet, dich zu bewegen
Der Bewegungstest braucht Parallaxe. Hältst du das Handy völlig still, sehen Linse und Spiegelung identisch aus, jede Antwort wäre also geraten. Der Scan wartet, bis sich das Bild weit genug verschoben hat, um eindeutig zu sein, und sagt das bis dahin, statt es zu verschleiern. Bleibt ein Punkt auf „wird geprüft“ stehen, mache einen Schritt zur Seite und behalte ihn im Bild.
Benennen, worauf ein Punkt sitzt
Ein Reflex auf einer Uhr ist viel nützlicher als ein Reflex. Der Scan lässt ein Objektmodell über dieselben Bilder laufen und rahmt die Dinge ein, die entweder eine Kamera enthalten oder routinemäßig zum Verstecken einer benutzt werden — Handys, Laptops, Fernseher, Uhren, Plüschtiere, Taschen, Regaldeko. Diese Rahmen sind Stellen zum Prüfen, keine Funde, und deshalb werden sie zurückhaltend gezeichnet. Das Modell hat gar keine Klasse für eine Kamera selbst, es wird also nie eine nackte Linse oder eine einzelne Webcam benennen.
Was das nicht kann
Es kann keine ausgeschaltete Kamera sehen: eine tote Linse spiegelt noch, aber ein toter Sender verrät nichts, und der Reflex allein ist ein schwaches Indiz. Es kann nicht hinter eine Wand, ein Lüftungsgitter oder einen Einwegspiegel sehen, der so gewinkelt ist, dass er die Linse verdeckt. Es erkennt keine Mikrofone und keinen Funkverkehr — ein Browser hat keinen Zugriff darauf, jede Seite, die behauptet, WLAN nach Kameras zu scannen, tut also nicht, was sie sagt. Und es ist keine Garantie. Es ist eine Möglichkeit, die naheliegenden Stellen ordentlich zu prüfen, in den wenigen Minuten, in denen das zählt.
Wie man gut scannt
Arbeite eine Wand nach der anderen ab, zuerst auf Brusthöhe, denn dort bekommt eine Kamera das Bild, das sie will. Schalte für den Reflex-Durchgang die Taschenlampe ein und taste langsam ab — ein schneller Schwenk geht direkt über Reflexe hinweg. Dann Licht aus, Vorhänge zu, und noch eine Runde mit ausgeschalteter Lampe für den Infrarot-Durchgang. Fange bei der Wand an, vor der du dich umziehen würdest, dann bei der zum Bett, und lass die Decke zuletzt.